Impressionen vom Michelberger Music Event am 1. und 2. Oktober…

Impressionen vom Michelberger Music Event am 1. und 2. Oktober im Funkhaus Berlin

Basierend auf den Künstlern, die an diesem Wochenende dabei waren habe ich eine Spotify Playlist erstellt, die ihr gerne abonnieren könnt: Michelberger Music Inspired Playlist 10/2016.

Das “Festival” war nicht wie ein normales Festival organisiert. Es wurde kein Zeitplan kommuniziert, denn im Vordergrund sollten nicht einzelne oder die bekanntesten KünstlerInnen stehen sondern die Musik. Das bedeutete für die BesucherInnen: loslassen können, offen für Neues sein, nehmen was kommt. Und vor allem durfte man nicht in die FOMO Falle treten – fear of missing out. Denn bei all dem Zufall, der da im Spiel war, ist es ja klar, dass man auch was verpasst. Erzählungen von anderen lassen schnell den Eindruck entstehen, man selbst hätte weniger Glück gehabt, weil man nicht bei dem wunderbaren Bon Iver Set dabei war, bei dem das neue Album zur Hälfte gespielt wurde. Stattdessen sollte man lernen, die Musik wertzuschätzen, den Moment zu genießen – auch wenn da jetzt nicht gerade der Künstler spielte, wegen dem man gekommen war… aber das hatten die Veranstalter im Vorfeld sehr genau so kommuniziert. Auf der Webseite waren die Klarnamen der MusikerInnen gelistet – die bekannten Bands dahinter sollten nicht im Vordergrund stehen. Mit der richtigen Einstellung konnte man jedenfalls ein unvergessliches schönes Wochenende haben. Organisatorisch gab es durchaus einige Herausforderungen. Vor allem die kleinen Studio Sessions waren am ersten Tag quasi nicht zugänglich gewesen – klar, wenn dort für je 50 Leute in intimer Atmosphäre Platz ist, und mehrere Tausend auf dem Gelände sind. Aber die Sessions in den etwas größeren Räumen konnten einen darüber hinwegtrösten, wenn man sich nicht zu sehr an diesem Problem aufhing. Auf der Hauptbühne war die Atmosphäre etwas kühler (ja, kalt war es auch) aber auch dort gab es wunderschöne Momente. Am zweiten Tag war es organisatorisch etwas besser, wodurch man mehr Musik erleben konnte.

Ich habe sehr viele KünstlerInnen in unterschiedlichsten Settings und Konstellationen erlebt – von hautnah und ruhig bis zum großen Setup in einer Menschenmenge. Besonders aufgefallen ist der sympathische Isländer Ragnar Kjartansson, der am zweiten Tag 6 Stunden Stücke aus Dichterliebe von Schumann gesungen hat und zum Abschluss auf der Hauptbühne mit “Heroes” von David Bowie unsere Herzen gewonnen hat. Dann war da Lisa Hannigan, die ich gleich mehrmals hören durfte, ebenso Erlend Oye mit seiner Stimme, die mir immer wieder mitten ins Herz geht. Er war auch gerne mal auf der Wiese mit seiner Gitarre unterwegs und hat die Leute involviert. Dann gab es so schöne Kollaborationen wie Käptn Peng oder This is the Kit mit dem Stargaze Orchestra oder The National mit dem Rapper Crescent Moon von Kill the Vultures. Auch beeindruckend war My Brightest Diamond – ihre Ausstrahlung hat den ganzen Saal mitgerissen. Außerdem habe ich The Staves entdeckt, wenn auch erst ganz am Ende beim Mixtape zum Schluss. Natürlich habe ich mich auch gefreut, Justin Vernon alias Bon Iver zu sehen, auch wenn ich da nicht so viel mitbekommen habe und lieber jetzt in Ruhe das neue Album rauf und runter höre. Damien Rice war auch da. Ihn habe ich erst gar nicht erkannt. Erst hinterher wurde mir klar, wen ich da gerade gesehen hatte. Das war auch irgendwie typisch für dieses Event 🙂 Ein Mal stand ich in einem Wartebereich, als plötzlich in der Menge verteilt der Chor Cantus Domus zu singen begann. Faszinierend fand ich Senyawa, die indonesische Musik mit experimentellen Ansätzen wie growling vermischen.

Das waren zwei Tage mit viel Gänsehaut: meistens ausgelöst durch wunderbare Livemusik und manchmal durch die Kälte in der Main Hall 😉 Für die nächsten Tage und Wochen bin ich gut versorgt mit musikalischer Inspiration. Danke dafür!

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