Kuration für Niuws – persönliche Empfehlungen statt Big Data

Seit Ende Februar bin ich Kuratorin für die App “Niuws” (hatte ich schon mal kurz vorgestellt). Das heißt, ich fülle die “Box” zum Thema “Business in Berlin”. Jetzt ist es an der Zeit für eine erste kleine Auswertung.

Warum mache ich das?
Zum einen trifft dieses Engagement mein Interesse an Tech Start-Ups und gibt mir ein paar Einblicke, die ich sonst nicht hätte. Zum anderen beschäftige ich mich zurzeit viel damit, Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppen für die droidcon Berlin zu begeistern. Und wenn man andere motiviert, denkt man auch öfter daran, sich selbst aktiv einzubringen. Trotzdem habe ich mir das natürlich gut überlegt, weil es mit einer täglichen Verpflichtung und einem relevanten Zeitaufwand verbunden ist.

Warum das Thema “Business in Berlin”?
Seit über drei Jahren wohne ich mittlerweile in Berlin und organisiere bei newthinking Events. Anfangs unter anderem eine B2B Veranstaltung, jetzt hauptsächlich Tech Events wie die droidcon. Das Engagement als Kuratorin gibt mir einen Anlass, mich stärker mit allen Bereichen der Wirtschaft in Berlin auseinander zu setzen. Ich habe außerdem bewusst einen etwas anderen Schwerpunkt gewählt, als bei Twitter. Dort behandle ich das Thema nur am Rande. Mir erscheint es sinnvoll, mich bei Niuws thematisch auf ein anderes Thema zu fokussieren, das macht es exklusiver. Man kann mir also auf Twitter und bei Niuws folgen ohne alles doppelt zu lesen 😉

Wie entwickelt sich Niuws?
Seit ich dabei bin wurden alle ein bis zwei Wochen neue Funktionen eingeführt und Verbesserungen vorgenommen. Als NutzerIn oder KuratorIn erhält man sehr zügig Feedback auf Vorschläge. Seit kurzem können wir zum Beispiel den Text der Notification selbst verfassen, was ich auch als Abonnentin der anderen Boxen ganz cool finde – so sieht man direkt, welche Themen vertreten sind. Ansonsten geht es natürlich darum, dass Niuws weiter wächst.

Hier könnt ihr meine Box in der Web Ansicht einsehen und abonnieren!

Welche Themen gibt es?
Mit meinem Fokus auf “Business” und gleichzeitig die Stadt bzw. das Land Berlin decke ich eine etwas kleinere Nische ab. (Ja, das macht das Kuratieren nicht immer einfach). Es gibt auch “Business in Hamburg” und “Business in Zürich”. Andere Themen sind ortsunabhängig und etwas breiter. Ich habe unter anderem die Boxen “Netzwirtschaft”, “Digital Strategy”, “Zukunft der Arbeit”, “Entrepreneurship”, “Digitaler Wandel im Handel” oder “Netzpolitik” abonniert. Es gibt aber noch viele mehr.

Für wen ist Niuws geeignet?
Die App eignet sich besonders für Leute, die sich für eine Hand voll Themen interessieren, aber keine Zeit oder Lust haben sich im Netz die interessanten, lesenswerten Texte täglich herauszusuchen. Dabei können sie sich auf die Auswahl von ExpertInnen verlassen, die regelmäßig kuratieren. Niuws ist für Leute, die die Auswahl von Texten durch reale Menschen, einem Algorithmus vorziehen. Die KuratorInnen kommentieren ihre Links und können angesprochen werden.

Persönliche Empfehlung statt Big Data
Das Prinzip von Niuws ist ein bisschen wie ein Gegenentwurf der Big Data Prinzipien. Amazon hat ja mal mit händisch erstellten Empfehlungen begonnen und erst später festgestellt, dass diese Personen auch durch einen Algorithmus ersetzt werden können. Niuws versucht es anders herum und setzt auf den persönlichen Bezug, die Menschlichkeit. Das heißt natürlich auch, dass man keine Unfehlbarkeit erwarten darf. Keine Eilmeldungen. Ich bin zwar fast den ganzen Tag online, habe aber besseres zu tun als alle 3 Minuten nach “breaking news” in der Berliner Wirtschaft zu suchen. Dafür gibt es andere Tools. Jede App einer (Online) Zeitung versendet per Push-Mitteilung Eilmeldungen. Wer das braucht, muss sich diese Apps installieren. Aber Eilmeldungen sind thematisch nicht festgelegt. (Letzte Woche bekam eine Kollegin eine Eilmeldung gepusht, weil ein Trainer eines Fußballvereins gekündigt hatte. Für manche extrem wichtig, für andere nur eine weitere irrelevante Ablenkung.)

Man muss allerdings dazu sagen, dass die KuratorInnen durch einen RSS-Feed eine Hilfe bei der Auswahl ihrer kuratierten Links erhalten. Ich benutze auch Google-Alerts, um mehr potenziell relevante Texte zu finden. Dabei werden viele Daten im Netz nach meinen Schlüsselbegriffen durchsucht. Das hat jedoch nichts mit Big Data im Zusammenhang mit den AbonnentInnen meiner Box zu tun, da ja kein Algorithmus die Vorlieben des App Nutzers lernt und auf dieser Basis die Texte auswählt. Auch hier muss ich passen: ich sehe zwar in einer kleinen Auswertung die Statistiken meiner Links, weiß also welche Artikel öfter angeklickt wurden – aber ich merke mir das nicht für immer und lerne auch nichts über die einzelnen AbonnentInnen. Die Festplatte in meinem Kopf ist nämlich stark begrenzt.

Hier findet ihr weitere Infos und die Links zu den Apps: www.niu.ws

via Tumblr http://ift.tt/1OtnGmP

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